5 Sterne für Webstatistik mit Piwik

Jeder Webmaster oder Blogger möchte gerne über seine Besucher mehr erfahren. Interessieren den einen bei einer Webstatistik nur die blanken Zahlen, so möchten doch die meisten auch wissen, wie und woher die Leser auf die Webseite gekommen sind und ob es auch wirklich auch Leser sind oder nur Besucher, die nach kurzer Zeit die Seite wieder verlassen. Und schon ist man beim Webtracking.

Folgend einige Tools zur Webstatistik und zum Webtracking.

Woopra ist bunt, übersichtlich und hat ein Realtime-Tracking. Zusätzlich kann man mit den aktuellen Besuchern der Webseite über einen Chat in Kontakt treten. Das könnte für einen „Normalnutzer“ etwas überraschend kommen. Getestet habe ich den Chat noch nicht. Woopra ist noch Beta und von der Anmeldung bis zum nutzbaren Account dauert es zumindest einige Tage. Mehrere Webseiten kann man in einem Account schnell überblicken. Bei sehr hohen Besucherzahlen schaltet Woopra ab.

Eine anderer Service, den ich bis vor kurzem getestet hatte, ist die Beta lloogg.com. Das Livetracking war toll. Leider hatte ich nur eine Einladung und seit einigen Tagen ist der Service nicht mehr stabil erreichbar.

Von Michael Weingärtner stammt das WordPress Statistik Plugin CyStat. CyStat bietet viele Einstellungen und umfangreiche Statistiken. Unspektakulär verrichtet es zuverlässig seine Dienst. Es ist eben an WordPress gebunden.

Google Analytics wird oft und gerne eingesetzt, steht jedoch immer wieder wegen Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes in der Diskussion. Und mit dem Einsatz übergibt man Google einige Daten. Der Blog Datenwachschutz hat sich von Analytics verabschiedet und Piwik zur besten Alternative gekührt.

Piwik ist Open Source, ebenfalls noch Beta und inzwischen aus den Startlöchern heraus. Die Installation auf dem eigenen Webspace ist einfach. Das sieht auch Huggy von seo-news.at so. Bei Schrägschrift fand ich noch den Piwik Connector, der die Statistik grafisch für den Desktop aufbereitet. Stephan stuft es begeistert als Highlight ein. Frank meinte zwar, dass Piwik Analytics nicht das Wasser reichen könne, geben wir den Entwicklern etwas Zeit. Ich sehe den größeren Nachteil von Piwik im geforderten 128MB Memory limit für oft besuchte Webseiten. Stark abweichende Zahlen zwischen verschiedenen Tools wie Stephan konnte ich bisher nicht feststellen.

Die Vorteile von Piwik liegen für mich deutlich auf der Hand:

  • Daten werden nicht in fremde Hände gegeben
  • somit hat man selbst den notwendigen Einfluß
  • der Einsatz ist ohne Wartezeit und Anmeldung sofort möglich
  • es ist Open Source und
  • über Plugins erweiterbar

Einen ausführlichen Testbericht wird es in etwas zeitlichen Abstand geben. Welche Webstatistik nutzt ihr denn?

23 Gedanken zu „5 Sterne für Webstatistik mit Piwik

  1. Pingback: hype.yeebase.com

  2. Sarsura

    Hi,

    danke für den gelungen Artikel. Ich selbst setze noch auf Woopra, dass seit ein paar Tagen endlich an Performance gewonnen hat und demnächst eine neue Version des Desktop Clients veröffentlichen wird. Ob nun die Bugs bei Woopra ausbleiben, seit sie auf neue Server umgezogen sind, kann ich nicht sagen, aber es gefällt mir eigentlich recht gut.

    lg
    Sarsura

  3. trends Beitragsautor

    Hallo Sarsura,

    wilkommen hier im Trend-Blog!
    Ja, Woopra ist fein zum Webtracking, jedoch ist die Wartezeit erheblich und irgendwann werde die sich auch monetarisieren müssen.
    Da gefällt mir Piwik nach dem Motto „Eigener Herd …“ besser.

  4. eliasp

    Piwik ist in meinen Augen leider gänzlich unbrauchbar – ganz nach dem Motto „Nett gemeint – schlecht gemacht“.
    Dass das Interface in einer proprietären Technologie (Flash) gebaut ist, hätte ich noch verkraftet, notfalls könnte man sich ja dank OpenSource ein anderes Backend (SVG, Plain-HTML/CSS) dranstricken.

    Das k.o.-Kriterium für mich war:
    sämtliche Auswertungsfunktionalität wird über JavaScript-Code realisiert, der in der zu analysierenden Website eingebettet wird.
    Weder will ich, dass mein Statistik-Tool öffentlich erreichbar ist und so Manipulationen mehr als einfach werden, noch will ich Statistiken haben, die lediglich auf den Besuchern basieren, deren Browser JavaScript aktiviert hat.

    Hatte mich angesichts des schicken Interfaces und des relativ großen Funktionsumfangs auch erst mal auf Piwik gestürzt, aber es leider nach kurzer Testphase aus obigen Gründen wieder stillgelegt.

    Optimal wäre Piwik für mich, würde es auch Webserver-Logfiles auswerten – da Webserver-Logfiles vom Format her weitestgehend standardisiert sind, sollte dies nicht so sehr das Problem sein.
    Evtl. bewegt sich in diese Richtung mal noch etwas im Piwik-Projekt.

    Gruß,
    Elias P.

  5. timste

    PIWIK ist das letzte was ich je gesehen habe

    Wir haben eine Seite mit viel Traffic, PIWIK hat es dann mal direkt geschafft diesen Traffic nicht verarbeiten zu können so das die Startseite vom PIWIK-Admin ein reproduzierbares Server-Timeout hatte!!

    Für den kleinen Blog an der Ecke sicherlich ein nettes Gimmick, für die höchste Spielklasse nicht anwendbar

  6. trends Beitragsautor

    @eliasp:
    Um Logfiles auszuwerten brauche ich kein Piwik – richtig.

    @timste:
    Bei viel Traffic (was ist überhaupt viel?? ) aufzugeben, das bringen andere auch. Interessant wären dazu Details 😉

  7. Rene

    Hauptkritikpunkt bei Piwik ist meiner Meinung nach die völlig fehlende Unterstützung des Conversion-Trackings. Da ist Google immer noch der Platzhirsch. Obwohl Yahoo jetzt angeblich besser als Googles Analytics sein soll. Habe ich noch nicht überprüft, wird aber noch kommen. BBClone sollte man aber auch nicht unterschätzen.

  8. timste

    @trends

    visits im 1-2stelligen MIO-Bereich

    was nützt mir das noch so beste Tool wenn ich nicht an meine Daten komme.
    PIWIK hat es nicht geschafft diese zu verarbeiten.

  9. trends Beitragsautor

    Hi timste,

    mit rund 300.000 Visits am Tage wirst du wohl kein kostenlose Tool finden. Da freut sich Google sehr.

  10. timste

    @trends

    wir haben auch google am start und keine probleme 🙂
    wie gesagt die funktionalität von PIWIK bei kleinen seiten ist ja da nur schafft es es eben nicht die menge an daten zu verarbeiten. nur mal so ein auszug: ich habe PIWIK einen halben tag mitlaufen lassen, geschätzte 500.000 Visits, die Tabellen waren danach ca. 15MB größer!!
    das sagt schon einiges aus, den ganzen Tag wären das ca 30MB, auf den Monat 900 , im Jahr 10GB. nur mal schnell dahingerechnet. mysql schafft das keine frage, aber PIWIK eben nicht mehr…

    gruss

  11. trends Beitragsautor

    @timste

    Für solche Zahlen ist Piwik sicher auch nicht ausgelegt, ich habe gerade mal nachgeschaut: Platz 1 bei blogoscoop.net hat im Monat gut 3 Mio Visits, Platz 6 „schon weniger“ als 1 Mio!
    Gut laufende, spezialisierte Blogs wie z.B. SiN haben im Monat 60.000 PI’s.
    Wenn Piwik Spitzen von 10.000 am Tag ohne merkliche Verzögerung des Blogs verarbeitet, will ich zufrieden sein.
    Nach einem längerem Test werde ich nochmal dazu schreiben.

  12. asaaki

    also ich bin soweit mit piwik ja auch zufrieden.

    was mich allgemein aber verwundert ist, dass piwik bei mir grundsätzlich weniger zählt als zB wordpress-interne statistiker oder gar blogoscoop.

    überhaupt weichen sämtliche zahlen aller getesteten dienste voneinander ab. bei 4 stück muss ich mir also mal eben eine durchschnittsumme bilden und weiß dann immer noch nicht, ob diese zahl repräsentativ ist.

    vielleicht hat piwik aber auch -eventuell berechtigter weise- einen sehr harten zähl-algorithmus. zumindest werd ich jedenfalls nicht mehr meine besucherdaten dem großen G anvertrauen. die zeiten sind vorbei.

  13. trends Beitragsautor

    Hallo asaaki,

    ich habe gerade nochmal Piwik, Woopra und die Bloggerei verglichen.
    Die Abweichungen liegen bei ca. 2%. Gezählt werden eindeutige Besucher – blogoscoop weist Seitenaufrufe, also PI’s aus!

  14. T-G

    Zum Thema Anzahl der Visits habe ich das im Piwik-Forum gefunden:
    „Piwik should work on thousands of websites with low traffic, depending on what you mean by low traffic. If the sum of pages of all your websites is below the million per day, Piwik should run on a dedicated server.“

  15. blogrammierer

    Ich benutze das Tool ebenfalls und kann mich nicht beklagen. Ich denke die Bälle sollten erstmal flach gehalten werden, da das ganze Projekt ja noch in den Kinderschuhen/Beta steckt.

    Da ist sicherlich noch einiges an Potenzial nach oben, gerade weil es auch OpenSource ist.

  16. trends Beitragsautor

    @T-G:

    Danke für die Info! Allerdings bleibt nun die Frage offen, was der Schreiber dort genau unter einem „dedicated server“ versteht. Meiner Ansicht nach hängt alles am PHP-Memory-Limit und da könnten 128 MB schon etwas kosten. Da gibt es bei manchem Hoster schon mit einer umfangreichen WordPress-Installation gewisse Probleme.

    Ich werde Piwik weiter testen und das auch mit etwas mehr Traffic.

  17. Alexander Langer

    Ich setze Piwik nun für verschiedene Websites seit Monatsanfang ein. Darunter sind auch Sites mit siebenstelligen PIs im Monats. Die Frontend-Performance ist okay, wenn man weiß welche Hebel man in der Konfig in solchen Fällen umlegen muss. Es ist grundsätzlich anzuraten erst mal die online verfügbare Doku (FAQ, Forum, …) zu lesen. RTFM hat auch nach all den Jahren nichts an Aktualität eingebüßt.

    BTW: Der Eine oder Andere sollte mal einen Blick in die Nutzungsbedingungen von GA werfen. Ab 5 Mio. PIs pro Monat und Account „darf“ man zahlen..

    Habe eben einen längeren Rundumschlag zu Piwik und Google Analytics online gesetzt.

    Was die Datenbankgröße angeht:
    Nach nichtmal einen kompletten Tag war auch erschrocken. Die hatte locker über 100 MB. So gehts aber nicht weiter und es gibt Möglichkeiten händisch zu purgen, was bis Version 1.0 auch als Feature Einzug halten soll.

  18. trends Beitragsautor

    Hallo Alexander Langer,

    vielen Dank für die Info. Über einen Trackback hätte ich mich echt gefreut. Dafür habe ich den Link zur Homepage repariert.

  19. Pingback: Piwik, freies Webstatistik System - Alexander Langer

  20. Pingback: Ausführliche Besucherstatistiken mit Piwik | CCK GROUP BLOG

  21. Pascal

    Ich habe Piwik in Einsatz seitdem die fertige Version 1.0 verfügbar ist. Bis jetzt bin ich damit vollstens zufrieden und kann mich nicht beschweren, soll heißen: Ich kann es euch nur empfehlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.