Zecken: Gefährliche Blutsauger im Thüringer Wald

Endlich ist es auch im Thüringer Wald Frühling. Frisches Grün lockt zum Spaziergang oder einen Ausflug in die Natur. Doch dort lauern mit den steigenden Temperaturen die Zecken und die Gefahr des Zeckenbiss. Bei Temperaturen ab etwas sieben Grad werden die kleinen Spinnentiere wieder aktiv und warten auf einen neuen Wirt. Meist ist es der Gemeine Holzbock, kleiner als eine Streichholzkuppe, der mit einem Zeckenbiss Gefahr für den Menschen bringt.

Auf der Suche nach einem neuen Wirt mit frischem Blut benutzt die Zecke ihre empfindlichen Rezeptoren. Am Menschen können die Zecken oft einige Stunden herumkriechen, bis sie eine geeignete Einstichstelle für den Biss finden.
Feuchte, warme und gut durchblutete Haut wird von Zecken bevorzugt. So befindet sich der Zeckenbiss oft am Haaransatz, der Leistengegend oder auch an der weiblichen Brust. Beim Saugvorgang können u.a. die gefährlichen Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen werden.

Zecken springen von den Bäumen, wird nur behauptet. Wie schütze ich mich vor der Gefahr eines  Zeckenbiss und welchen Sinn hat eine FSME-Impfung? Wir haben den Experten, Herrn Prof. Dr. Jochen Süss, vom Friedrich-Loeffler-Institut in Jena befragt.

In den letzten zehn Jahren haben in Thüringen die Risikogebiete der FSME zugenommen. Derzeit sind das die Stadtkreise Jena und Gera, der Saale-Holzland-Kreis, der Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Hildburghausen und Sonneberg. Worauf dieses Anwachsen der Risikogebiete zurückzuführen ist, kann nur vermutet werden. Dabei spielen die Wechselwirkungen zwischen der Zecke, dem Wirtstier und dem FSME-Erreger eine Rolle. Sicher ist, dass sich die Risikogebiete in Deutschland immer mehr nördlich ausweiten.

Die Impfindikation, so der Fachmann, ergibt sich, wenn man in einem Risikogebiet lebt oder dorthin aus irgend einem Grund einreist und sich in der Natur aufhält. „Ein Zeckenbiss ist wie russisches Roulette“, meint Prof. Süss. Die FSME-Schutzimpfung bietet sicheren Schutz und ist auch für Kinder möglich.

Gegen die Borreliose-Infektion bei einem Zeckenbiss gibt es noch keine Impfung. Hier hilft eine einfache Methode, denn die Übertragung der Erreger erfolgt nicht sofort nach dem Biss der Zecken: Nach jedem Aufenthalt in der Natur den ganzen Körper sorgfältig nach Zecken absuchen! Hat sich eine Zecke festgebissen, entfernt man diese mit einer Pinzette direkt über der Haut durch Herausziehen. Links- oder Rechtsherumdrehen hat dabei keine Bedeutung.

Hinweise auf eine mögliche Infektion durch einen Zeckenbiss können später grippeähnliche Symptome wie Fieber sein. Zudem ist bei einer Borreliose-Infektion in Thüringen bei den meisten Personen die Wanderröte auf der Haut sichtbar, bei Borreliose gibt es eine excellente Therapie.

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