Geht es nach dem Datenschutzbeauftragten des Bundeslandes Schleswig-Holstein, wird es Webseitenbetreibern ab Oktober an den Kragen gehen – falls sie den Facebook-Button „Gefällt mir“ weiterhin verwenden. Unternehmen aus Schleswig-Holstein, die den Button bis Anfang Oktober nicht deaktiviert haben, sollen bis zu 50.000 Euro bezahlen.

Ebenso zahlreich wie der Facebook-Button im Internet vertreten ist, sind auch die Meinungen, die on- und offline zu dem Thema vertreten werden. Rheinland-Pfalz und Niedersachsen schließen sich dem Meinung Schleswig-Holsteins an, während andere Bundesländer sich zurückhalten und scheinbar abwarten. Eine schwierige Situation, die für Ratlosigkeit sorgt, denn nicht nur unzählige Unternehmen verwenden den Stein des Anstoßes, den „Gefällt mir“-Button auf Ihren Internetauftritten, auch viele Behörden und Politiker gehören zu den Nutzern.

Fakt ist, der besagte Button verknüpft eine Webseite mit einer Facebook-Seite – sobald „Gefällt mir“ angeklickt wird, öffnet sich die entsprechende Webseite und fordert zum Einloggen auf. Diese Identifikation funktioniert nur über den eigenen Facebook-Namen und das dazugehörige Passwort – Daten, aus denen Facebook Nutzerprofile erstellen kann und natürlich auch personenbezogene Daten protokollieren kann.
Fakt ist aber auch, dass nicht ganz klar ist, welche Daten Facebook sammelt, wie dies funktioniert, wo und wozu Facebook diese Daten verwendet. Aus diesem Grund ist nicht für alle Datenschutzbeauftragen Handlungsbedarf gegeben – daher wird nun bundesweit in allen 16 Ländern ausgiebig geforscht und untersucht, ob der Facebook-Button einfach ein Interaktionswerkzeug und Marketingtool ist, oder doch eine gefährliche Sache, die möglicherweise geahndet werden muss.
Erhalten Unternehmen außerhalb von Schleswig-Holstein nicht einen Wettbewerbsvorteil, wenn sie den Button weiterhin benutzen dürfen? Wird es demnächst eine Flut von Unternehmen geben, die eine Abmahnung bekommen und mit Rechtsanwalt Rasch zu tun bekommen? Die Antwort? Viele Fragen, wenige Antworten.

Update: Jetzt kommt etwas Bewegung in die Sache. Bei Heise gibt es jetzt einen 2-Klick-Button und H.P. Pfeufer hat dazu ein WordPress-Plugin entwickelt.