Das Fernsehduell der Kandidaten

In wenigen Minuten beginnt das große Fernsehduell der Kanzlerkandidaten, der Giganten: Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier treffen aufeinander. Wer kann die Wähler überzeugen? Die Nachrichten des heutigen Abends sind schon bedenklich: Das gab es Gewalt in Hamburg, in München wird ein fünfzigjähriger Mann am hellerlichten Tag von jugendlichen Tätern tot geschlagen. Die Menschen bewegt, was mit Opel passiert. Monatelang ringen die Kanzlerin und Minister um eine Lösung für die Opelaner. Viele brisante Themen stehen zur Lösung an: Milliarden Euro hat die Finanzkrise bereits verschlungen, konnte keiner der Spezialisten das absehen? Wie geht es in Afghanistan weiter?

Und zum Duell wird hier live gebloggt. Die Gedanken eines einfachen Bloggers, während des Duells geschrieben.

Ja, Frau Merkel, die Arbeitslosenzahlen sind gesunken, doch was passiert nach der Wahl? Will Frau Merkel ein Duett mit Steinmeier?

Frau Merkel: „Der Staat ist Hüter der Ordnung ….“ Was hat der Staat gegen die Finanzkrise im Vorfeld getan? Haben da alle Kontrollmechanismen versagt?!!

F.-W. Steinmeier: „… nicht Rendite kann das einzige Ziel der Wirtschaft sein!“

Gibt es in Deutschland eine soziale Gerechtigkeit?? Da will sich Frau Merkel nicht festlegen! Steinmeier sieht eine Lohnspirale nach unten – das betrifft aber nur den kleinen Mann, bei den Managern machen ein paar Prozent doch nichts aus.

Jetzt wird Opel angesprochen, Steinmeier sieht es optimistisch. Steinmeier sieht das Konzept positiv. Frau Merkel auch, beide sehen eine Chance für die Autobauer.

Das nächste Thema ist die Atomenergie: Für Merkel ist es eine Brückentechnologie. Steinmeier ist gegen die Atomenergie.

Wann ist das Einkommen eines Managers unanständig – das ist das nächste Thema. Ein halbes Jahr Arbeit mit dem Gehalt von 6 Jahren, in Hinblick auf Arcandor, hält auch Frau Merkel für ungerechtfertigt. Doch ist das transparent? Wer kann das nachkontrollieren, wenn uns die Finanzkrise so vollkommen plötzlich überrascht hat? Peter Klöppel bohrt, da bringt Steinmeier die Spenden an die Parteien an. Banken sollen wesentlich höhere Spenden an die CDU gegeben haben. Maybritt Illner möchte einen Finanz-TÜV, Frau Merkel bezieht das auf die Verbraucher. Steinmeier spricht die Bankenaufsicht an! Gab es denn bisher keine Kontrollmechanismen? Jetzt nach der Finanzkrise hat unsere Bundesagentur für Finanzaufsicht die echte Kontrolle. Das gibt uns Sicherheit!

Wer der etwa 20 Millionen Zuschauer kann die Themen echt nachvollziehen? Hintergründe und Zusammenhänge kommen nicht zur Spache, das kann wohl so eine Sendung nicht. Ist es mehr eine Promotion für die Kandidaten?

Frau Merkel meint: „Motivation bringt Wachstum“. Was bedeutet das? Im kommenden Jahr haben wir ein Defizit von 86 Milliarden Euro – wer zahlt die Zeche? Steinmeier: „… nachfolgende Generationen werden das tragen müssen …“. Merkel:“Es gibt keinen anderen Weg!“  Oh, was sagt Frau Merkel, Steuersenkungen zur Motivation! Das ist „Wachstum schafft Arbeit“!

Gesundheit ist der nächste Themenkomplex, ein Zweiklassensystem beim Gesundheitswesen. Frau Merkel will die GKV mit dem Gesundheitsfond in einen Wettbewerb gebracht haben. Jeder Mensch in diesem Land soll die Gesundheitsvorsorge bekommen, die er braucht.

Peter Limbourg, einer der vier Moderatoren, schätzt das Duell wie ein nettes Gespräch zwischen einem älteren Ehepaar ein. Merkel will als CDU mehr Wachstumskäfte freisetzen können. Frank-Walter Steinmeier hat Hoffnung auf ein gutes Wahlergebnis, ja, die Hoffnung stirbt zuletzt – meint der Metzger hier im Supermarkt. Steinmeier: „Demokratie kann ohne sozialen Ausgleich nicht funktionieren“!

Steinmeier:“Schwarzgelb ist Atomstrom, soziales Ungleichgewicht, er will Arbeit für Morgen“

Frau Merkel:“Wir haben die Krise in den Griff bekommen, handlungsfähiger Staat geht nur mit uns, Arbeit für alle bekommen wir hin, Arbeit und Umwelt ist vereinbar“

Das Nachspräch: Die Chefredakteurin der Bunte, Patricia Riekel, fand die Belange der Bürger zu wenig angesprochen und es war zu nüchtern. Der Theaterregisseur Claus Peymann meinte:“Wenn das Theater wäre, die Zuschauer wären eingeschlafen. Beide wirkten wie geklont, wirkten wie Marionetten, die ihren Text auswendig gelernt haben. So motiviert man keine Menschen, eine Wahl zu treffen.“

5 Gedanken zu „Das Fernsehduell der Kandidaten

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  2. trends Beitragsautor

    Nunja, das fehlte echt der Pfeffer. die Show plätscherte müde dahin und die Einschaltquote lag mit etwas über 14 Millionen bei nur 71 Prozenz der erwartetet Zuschauerzahlen.
    Wenn das bei der Wahlbeteiligung auch so wird ….

  3. René

    Eine niedrige Wahlbeteiligung wird wahrscheinlich für die kleineren Parteien von Vorteil sein. Bin mal auf das Ergebnis der Piraten gespannt. Steinmeier und Merkel haben im TV-Duell (?) ja wahrlich nicht mit Emotionen gewuchert. Da war Basta-Kanzler Schröder schon ein anderes Kaliber…

  4. Daniel Kiel

    Tja, jtzt sind einige Tage rum, nicht mehr lange noch bis zur Wahl. Da kann man schon mal die Frage stellen: Was ist denn hängengeblieben von den zwei Kanzlerkandidaten und ihrem großen TV-Duell? Waren vier Jahre große Koalition schuld an so wenig Emotion in der Debatte? Oder ist das der Ausdruck „deutscher Ruhe“, die auch im aktuellen Spiegel in Form eines wunderbaren Essays angesprochen wird?

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