Da dachten doch viele, das Ringen um den Autobauer Opel hätte ein Happyend. Doch in diesem Trauerspiel ist der letzte Vorhang noch lange nicht gefallen. Jetzt hat GM erstmal die alte Regierung über den Tisch gezogen und Kanzlerin Merkel vorgeführt. Selbst aus der Insolvenz entlassen, läßt GM den Verkauf platzen und droht nun Opel mit der Insolvenz!

Vor gut einem Jahr schien GM den Bach runter zu gehen und Opel mit in die Pleite zu reißen, doch mittels US-Staatshilfen konnte sich der Mutterkonzern wieder aufrappeln. Hatte im März dieses Wahljahres der neue Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Amerika für Opel gekämpft und die alte Bundesregierung lange um eine Lösung gerungen, folgt nun beim USA-Besuch der Kanzlerin kurz nach der Wahl die Kehrtwende bei GM.

Der neue Aufsichtsrat vom GM ist aggressiv und will die Kontrolle über den europäischen Markt nicht aus der Hand geben. Plötzlich ist alles wieder offen. Durch Lohnverzicht sollten 265 Millionen Euro eingespart werden und die Zukunft für alle Opelstandorte schien gesichert. Jetzt stehen wieder Werke in Deutschland auf der Abschussliste und 10.000 Arbeitsplätze sind allein bei Opel gefährdet. Wieviel Menschen insgesamt betroffen sind, wird wohl kaum jemand genau sagen können.

Vor gerade ein paar Tagen ist der Ausverkauf bei Quelle gestartet, kommen bald die letzten Opel-Ersatzteile unter den Hammer? Hat sich bei Quelle das Management auf Kosten der Belegschaft die Taschen gefüllt, so sollen jetzt auf dem Rücken der Opelaner die Fixkosten um 30% gesenkt werden. Die Branche sieht die Zukunft von Opel düster, geht bei Opel das Licht aus?

Die vergangenen Monate haben die unterschiedlichsten Szenarien im Opel-Theater auf die Bühne gebracht, wer führt hier eigentlich die Regie? Bald hebt sich der Vorhang für den nächsten Akt.