Bei den Wirtschaftmeldungen steht Opel heute wieder oben. Unser neuer Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat bei seinem Antrittsbesuch in den USA als Top-Thema die Opel-Rettung im Reisegepäck. Bei der Mutter General Motors – GM weiß man genau, die Frage: “Wie geht es bei Opel weiter?” ist in Deutschland Wahlkampf-Thema! Denn Jobverluste im Wahljahr 2009 kann kein Politiker gebrauchen.

Klarheit zur Situation bei Opel

… hat wohl momentan kaum einer. Um die eigene Haut zu retten, ist GM auf Milliarden Staatshilfen angewiesen. Da schreckt GM in seinen Sanierungsplänen auch nicht vor Werkschließungen in Europa zurück. Opel selbst setzt auf eine Abspaltung von GM. Wer besitzt jedoch die Opel-Patente und wem gehören die Produktionsanlagen? Unklar ist offenbar auch, wie lange das Geld bei Opel reicht. Sicher scheint hingegen, dass dringend 3,3 Milliarden Euro an Bargeld gebraucht werden. Die Bundesregierung zögert mit einer Zusage und macht Staatshilfen von einem tragfähigen Konzept abhängig. Bei der Rettung der Banken ging es doch auch schnell!!

Die Krise bei Opel begann schon früher

Der Opel-Betriebsrat Klaus Franz spricht es im ARD-Bericht am 9. März aus: “Bereits ab 2000 zeichnete sich ab, wo die Zukunft hingeht!” Gewinne von 1 Milliarde Euro gingen unter Lopes in die USA. Die Modellpolitik geht am Markt vorbei, GM kann die Mentalität der Nationen nicht verstehen und Opel wird Mittelmaß. Damit gehen auch die Händler baden. Die weltweite Finanzkrise bringt den Absturz: Im vergangenen Oktober beginnt bei Opel der Fall. Auch bei anderen Autobauern bricht der Absatz ein. Jeder vierte BMW geht auf den USA-Auto-Markt. Bei BMW gehen die PKW-Verkäufe von 153.200 auf 80.500 in einem Jahr zurück. Doch BMW ist eigenständig!

Mißmanagement ist die Ursache für die Krise

Das trifft nicht nur auf die Autobauer wie Opel zu. Die Auswirkungen waren schon frühzeitig erkennbar. Bei der Sachsen-LB gab es im August 2007 ein “temporäres Problem” durch eine Schieflage von 17.300.000.000 Euro. Gut ein Jahr später stehen weitere Landesbanken vor dem Kollaps. Mit einem blauen Auge kommt die Bayerb LB davon. Auch bei einer Tochter der Nord LB auf Jersey platzt im Sommer 2007 die Blase. Noch im September 2008 glauben die Politiker der Bank. Milliarden Steuergelder gingen den Bach hinab. Aus dem Rettungsfonds der Regierung erhält die Nord LB 30 Milliarden Euro Bürgschaft. Die Aufsichtsräte haben versagt und die Politiker bleiben im Amt.*

Wie geht es bei Opel weiter?

Voller Hoffnung auf Guttenberg blicken sicher einige nach Amerika. In Europa will GM 26.000 Arbeitsplätze streichen. Die IG Gesamtmetall geht von einer Opel-Insolvenz aus. Seit November 2008 ist die Opel-Führung mit dem Kanzleramt im Gespräch, hinter verschlossenen Türen finden Krisensitzungen statt.
In Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach geht nicht nur bei den Opelanern die Angst um. Bei vielen Zulieferern stehen auch Arbeitsplätze auf dem Spiel. Sterben ganze Regionen?
Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und sein Amtskollege in NRW, Jürgen Rüttgers (CDU), setzen sich für Opel ein. Alle suchen nach dem tragfähigen Konzept, doch die Zeit läuft!
Die Produktion des Insignia läuft auf Hochtouren. Denken die Käufer auch an Garantie und Ersatzteile?
Während Ford investiert sucht man bei Opel noch die Lösung. Gibt es keine cleveren Wirtschaftsberater mehr in Deutschland?

Sicher gibt es ein Update! Gedanken zu Opel auch bei Opelaner.

Update vom 17. März, 22:28 Uhr:

Vor 80 Jahren in der Weltwirtschaftskrise war Opel das Geld ausgegangen. Wirtschaftsminister zu Guttenberg hat in den USA viele Gespräche geführt, mit dem US-Finanzminister Timothy Geithner marschiert er jetzt zusammen. Beide warten und hoffen – auf Substanz und konzeptionelle Stärke des Sanierungsplanes von General Motors (GM). Dazu hat der amerikanische Konzern bis Ende März Zeit. Eine Umsetzung kann erst im April (Ende April?) beginnen. Hat Opel noch so viel Zeit?

Es fehlen Antworten. Und einige Stimmen (z.B. Wirtschaftsweiser Wolfgang Franz) sagen inzwischen, Opel sollte nicht gerettet werden.

* gesehen bei Frontal, ZDF 10. März 2009