Über Contentklau liest man manchmal in Blogs, meist jedoch erst, wenn der Diebstahl im Nachhinein festgestellt wurde. Plagiate im Internet sind inzwischen ein wirtschaftlicher Faktor, denn Webseitencontent und gute Positionen in den Suchmaschinen-SERP’s kosten Geld. Somit kommt dem Schutz vor Plagiaten und dem Nachweis von Contentklau eine wachsende Rolle zu.

Auf der Suche nach Hilfe fand ich vor ca. einem Jahr die Webseite von PlagAware und habe den Service schätzen gelernt. Die vor einer Woche veröffentlichte neue Version von PlagAware nahm ich zum Anlass für ein Interview mit dem Inhaber und Entwickler, Herrn Dirk Malthan.

Stellen Sie sich und PlagAware bitte den Lesern des Trends-Blogs vor!

Als Dipl.-Ing. beschäftige ich mich hobbymäßig nebenberuftlich mit Webseitenerstellung. Plagaware ist dadurch entstanden, dass ich selbst mit dem Contentdiebstahl konfrontiert wurde und nach Schutz- und Überwachungsmöglichkeiten suchte. Da die vorgefundenen Lösungen mich nicht zufrieden stellten, habe ich zunächst für mich selbst PlagAware entwickelt. PlagAware schützt vor Contentklau und durchsucht das Web nach Kopien von Texten und Plagiaten. Inzwischen nutzen über 500 Kunden PlagAware aktiv und dazu sind zwei Server erforderlich.

Eine verbreitete Meinung  ist: Google kann mit Duplicate Content umgehen!

Die Problematik stellt sich doch auch so dar, dass große und gut etablierte Seiten Content von kleineren und jungen Seiten “übernehmen”. Kunden berichten immer wieder, dass Google sich auch mal irrt.
In vielen Fällen ist zumindest viel Arbeit und Energie eingesetzt worden und es ist sehr ärgerlich, wenn der Wettbewerber ohne großen Aufwand sich wertvollen Content “besorgt”. So ist es auch eine Motivation von mir, zu sehen, wer Content von mir kopiert.

Welche Vorteile bietet die neue Version von PlagAware?

Die neue Version ist eine komplette Neuentwicklung, die sich auch aus Performancegründen erforderlich machte. Damit ist eine weitere Verbesserung der eigentlichen Scanengine verbunden.
Jetzt ist die Auswertung von Frame-Seiten möglich, neu werden Pdf-, Doc-, Powerpoint- sowie Open Office-Dokumente erkannt. Es gibt ein Textvergleichs-Tool und ein Screenshot-Utility. Zu den neuen Funktionen zählt auch die Ausgabe der Ergebnisse als Pdf-Report. Somit ist eine Dokumentation einfacher. Es gibt jetzt eine Schnittstelle für die Plagiatsprüfung, um also zu schauen, von wo ein Text kopiert sein könnte. Das ist eine andere Herangehensweise und auch die Darstellung der Berichte ist unterschiedlich. Man sieht im diesem Bericht zur Plagiatsprüfung also die Quellen zu einem Text. Damit kann der Urheber einen Nachweis seiner Urheberschaft führen.

Wie sehen Sie den Markt und die Wettbewerber beim Plagiat-Schutz?

Der Markt für die Plagiatsüberwachung ist eher eine Nische. Der große Anbieter turnitin.com sitzt in Amerika, dort nutzen z.B. Hochschulen bei Diplomarbeiten den Service von Plagiatsuchmaschinen. PlagAware kann das auch leisten, bei einem Test vor einem Jahr durch die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin lag PlagAware schon im Spitzenfeld, gleichauf mit Copyscape-Premium. Wir sind ein deutscher Anbieter und erreichen bereits mit der “Free”-Variante die Qualität von Copyscape-Premium. Dabei bietet PlagAware eine bessere Ergebnisauswertung. Eine bessere Funktionalität und auch die Kostenseite sprechen für PlagAware.

Was können wir in Zukunft an Neuigkeiten von PlagAware erwarten?

Geplant sind weitere Ergänzungen der Funktionalität. Schwerpunkt wird die automatisierte Generierung von Mails bilden. Wir werden Gespräche mit Rechtsvertretern führen, um PlagAware als Beweismittel einzusetzen und auch international möchte PlagAware tätig werden.

trends-in.de bedankt sich für das Interview. Wer PlagAware gerne genauer kennen lernen möchte: Für drei interessierte Leser gibt es einen Standard-Zugang für zwei Monate kostenlos bei einem Testbericht. Meldet euch über einen Kommentar.

Zu Problemen mit dem Contentklau, der rechtlichen Situation, ihren Umgang mit dem Urheberrecht, dem Nutzen von PlagAware und der neuen Version haben schon einige Blogs berichtet.

Update vom 03.11.2008: Golem.de – IT-News für Profis berichtet heute über Verbesserungen bei der Software zur Plagiatserkennung. In einer Pressemeldung spricht Frau Prof. Dr. Weber-Wulff von der FHTW Berlin über eine deutliche Verbesserung der Systeme. Der Testbericht ist auf dem Server der FHTW derzeit leider nicht erreichbar. Damit ist auch unser Link oben im Text zum Test von 2007 FHTW kaputt.

2. Update vom 03.11.2008: Der neue Test der FHTW Berlin ist jetzt erreichbar. Die neue Version von PlagAware ist bei den guten Systemen auf den vorderen Plätzen zu finden, kurz hinter Copyscape Premium und Free, die Vorgängerversion ist im Mittelfeld platziert.