Jedes Jahr zieht es Tausende Deutsche in die Toskana, viele davon sind Wiederholungstäter. Die Toskana-Anfänger macht oftmals den Fehler sich dafür zu entscheiden, diese Region in den Sommermonaten zu besuchen und stellen daraufhin fest, dass es ihnen entschieden zu heiß ist. Die optimale Reisezeit für diese fruchtbare Region sind nämlich entweder Frühjahr oder Herbst. Im Herbst wird man Zeuge der Oliven- und Weinernte, doch der Frühling bietet die Mandelblüte und das Erwachen der Natur zu frühsommerlichen Temperaturen.

Natürlich sind Reiseziele, wie Florenz oder Pisa mit dem Schiefen Turm alles andere als Geheimtipps, doch mit einer Reise im Frühling meidet man die Massen. Bei durchschnittlich 19-22° und sechseinhalb Sonnenstunden am Tag lassen sich die historischen Städte zudem für deutsche Gemüter hervorragend besichtigen. An historischen Attraktionen gibt es jede Menge, vieles sogar, was noch aus Zeiten der Etrusker erhalten ist und auch das eine oder andere Überbleibsel der Römer. Um viele der Kulturschätze zu entdecken, muss man sich allerdings auf das Land wagen.

Es sind oft die kleinen Orte, die den meisten Charme ausstrahlen und versteckte Kleinode der Architektur und Geschichte aufweisen. Montepulciano zum Beispiel ist ein Ort von weniger als 15.000 Einwohnern und einigen Ferienhäusern, Beispiele dazu auf dieser Seite, und doch liegt außerhalb der kleinen Stadt einer der bemerkenswertesten Sakralbauten Italiens: Die Madonna di San Biagio. Fast unwirklich sieht sie dieses Prachtstück der Italienischen Renaissance aus, denn es steht nicht in der Stadt, sondern ausgelagert zwischen Bäumen. Die Pläne für den Bau aus dem 16. Jahrhundert waren eigentlich für den Petersdom in Rom gedacht. Entsprechend kann man sich vorstellen, wie imposant dieses Bauwerk ist.

Ein weiteres „Highlight“ der Toskana ist Monteriggioni. Der Ort ist umgeben von einer völlig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer mit 14 Türmen, die man zwei Mal in der Stunde sogar in einer Gruppe besteigen kann, um eine Runde, um die alte Festung zu drehen, die im 13. Jahrhundert von der Republik Siena als Defensivstützpunkt errichtet wurde. Groß ist sie nicht, aber besonders, denn auch auf der Innenseite Stadtmauer hat man sich Mühe gegeben, Gebäude und Atmosphäre so historisch zu halten, wie möglich.

Foto von Adrian Michaes, veröffentlicht unter Creative Commons – Lizens