Intensiver Rizinusgeruch wehte am Wochenende über den Ritzebühler Teich in Ilmenau. In bläulichen Wölkchen trug ihn der Wind vom Startplatz des Gabelbachrennens herüber. Knatternd erwarteten die Motoren der Krafträder und Automobile, dass die stolzen Besitzer mit dem Gaspedal das Signal zur vollen Entfaltung der Leistung für die steile Strecke hinauf zum Ziel oben im Gabelbachtal geben.

Von gerade mal 4 PS bis über 400 PS leisten die Motoren der Fahrzeuge, die zwischen 1925 und 2009 gebaut wurden. Von manchen Fahrzeugtypen gibt es noch wenige oder sogar nur ein einziges Exemplar. So z.B. der Simson Supra SS von Gerhard Heß aus Suhl.

Simson Supra von Gerhard Heß

Als vor 98 Jahren die ersten Fahrzeuge am Ortsausgang von Ilmenau zur Bergprüfungsfahrt Richtung Berghotel Gabelbach starteten, war der Weg geschottert und der Prüfungscharakter bildete den Schwerpunkt.
Bald zogen die Rennen Tausende von Zuschauern in ihren Bann. Rennsportlegende Manfred von Brauchitsch fuhr das Gabelbachrennen, für viele Thüringer Rennfahrer war der Gabelbach die Heimstrecke. Fahrzeuge aus dem Suhler Simsonwerk holten Siege, so ein Simson Supra im Jahre 1926.

An diesem Wochenende gingen Fahrzeuge in 7 Klassen an den Start des 98. Gabelbachrennens. Gemeldet waren 50 Teilnehmer. Am Start moderierte André Hertwig, der mit seiner amerikanischen Feuerwehr Bj. 1921 angereist war.

Zu den diesjährigen Teilnehmern zählte auch der deutsche Ralleyseriensieger 2010, Olaf Dobberkau,  mit seinem Porsche GT3 RS. Dobberkaus Großvater Friedrich fuhr in den 30ern mit dem Motorrad am Gabelbach.

Organisiert wurde das 98.Gabelbachrennen vom Freundeskreis Gabelbachrennen 1993 e.V.

Mehr Fotos gibt es kurzfristig hier und einige weitere Informationen sind bald bei www.ps-netz.de zu finden.