Während in Vancouver Wintersportler aus aller Welt bei den Olympischen Winterspielen um Medallien kämpfen, trainieren in Thüringen die Sportler der Biathlon Nationalmannschaft von Kenia, um bei den Winterspielen in Sotchi 2014 dabei zu sein. Trainer und Manager Klaus Bergmann ist mit Patrick Sang, Daniel Bii und Titus Rotich fast täglich auf den Loipen am Grenzadler in Oberhof aktiv, dabei kennen die drei Jungs aus Kenia Schnee und Kälte erst seit dem vergangenen Dezember.

Von Beruf ist Bergmann Leichtathletiktrainer und fragt man ihn nach dem Warum bekommt man als Antwort: „Es ist meine Idee, Leichtathleten aus Kenia umzuschulen zu Biathlon-Profis. Ich habe als Sportler selbst in Kenia trainiert und so sind Kontakte entstanden.  In Kenia habe ich Leichtathleten kennengelernt, die gutes Potential haben, es aber nicht in die Olympiamannschaft schaffen.  Der Wintersport liegt nahe und so ist mein Ziel, die Jungs auf die Ski zu bringen.“

Der Kenianische Skiverband existierte bereits und so wurde eine Sektion Biathlon gegründet und die Biathlon Nationalmannschaft Kenia. Über die zweite Liga, den IBU-Cup der Internationalen Biathlon Union, will Bergmann seine Schützlinge für die Olympischen Winterspiele qualifizieren. Dazu werden Sponsoren zum Ausbau der finanziellen Basis benötigt, denn bisher bezahlt Klaus Bergmann alles aus der eigenen Tasche. Klappt es mit den Sponsoren und mit der Qualifikation, dann ist der Start bei den olympischen Winterspielen in Sotchi 2014 das große Ziel.

Biahtlon Nationalmannschaft Kenia in Suhl

Patrick Sang (24) meint: „Ich wusste, dass ich hart trainieren muss, das Skilaufen in Kenia erfolgte auf Inline-Skates und Schießsport gibt es in Kenia nicht. Kälte und Schnee waren völlig neu, das war sehr hart und ungewohnt. Wir haben Schwimmen gelernt, das ist in Kenia nicht üblich.“ Seinen ersten Sieg auf Skiern hat Patrick auch schon geholt, mit bloder Perücke bei der Blondinen-WM in Oberhof!

Daniel Bii, Biahtlon Nationalmannschaft Kenia in Oberhof

Daniel Bii (18) erläutert: “ Die Trainingstage beginnen früh mit der Erwärmung, Techniktraining und dann Lauftraining über 10-30 Kilometer. Das Skilaufen auf echtem Schnee ist ungewohnt und eine Herausforderung, jetzt gelingt es schon richtig gut.“ Und Titus Rotich (26) ergänzt: „Die Gleitphase auf der Geraden ist Übungsschwerpunkt und das Bergabfahren.“ An die Thüringer Küche haben sich die drei inzwischen gewöhnt und eine Grillparty haben sie gemacht, Rotich hat auf dem Holzkohlegrill selbst die Thüringer Rostbratwürste gebraten.

Inzwischen sind die drei Kenianer in Suhl und Oberhof bekannt. An Schnee und Minusgrade haben sich die Jungs der Biathlon Nationalmannschaft Kenia gewöhnt. Der Rennsteigtunnel beeindruckt sie immer noch, und die guten Straßen.

Am 9. März ist der Rückflug angesagt, dann wird wieder in Kenia trainiert, auf Skirollern, die die Fa. Barthelmes als Sponsor bereitstellt. In Kenia steht dann Leichtathletik auf dem Trainingsplan, als Vorbereitung für die Teilnahme an der offenen Europameisterschaft für Sommerbiathlon. Das Sommerbiathlon besteht aus Crosslauf und Schießen. Ab November wird dann wieder in Thüringen im echten Schnee trainiert.

Sang, Bii und Rotich freuen sich, ihre Familien wiederzusehen. Die Sonne Kenias und die warmen Temperaturen haben sie vermisst.

Als Ziele definieren die Mitglieder der Biathlon Nationalmannschaft Partick Sang und Titus Rotich die Teilnahme an den Winterspielen in Sotchi, Daniel Bii will auch zum Alpen Cup. Für Klaus Bergmann steht die Aufgabe, Sponsoren zu finden, dann kann Bergmann das Team vergrößern.